
Technisch ist auf der Homepage vieles möglich, aber macht es auch Sinn? Von Zappel, Zoppel und Zippel. Und: Warum wir hier nicht aus dem Vollen schöpfen, obwohl wir es könnten.
Header-Bild, Slider, Heroes, Videos
Ein Klassiker auf den allermeisten Homepages ist das „Header-Bild“, also das große Bild, das viele Homepages am oberen Rand haben. Ist es bildschirmfüllend oder gar ein Video, spricht man von „Hero“. Sehr beliebt sind auch „Slider“, also wechselnde Überblendungen mehrerer Bilder.
Slider sind heute technisch kein Hexenwerk mehr, es gibt sie in variantenreichen Formen. Etwas mehr Problem aber ist die Auswahl der Bilder. Breit sollen sie sein, und der Ausschnitt trotzdem nicht allzu hoch. Und natürlich ausdrucksstark oder gar „heldenhaft“.
Wir plädieren gerne für Stockfotos, also von Bildagenturen. Stimmt: Diese Bilder sind oft etwas beliebig: Schüttelnde Hände, fröhliche Kinder, glänzende Gebäude.
Dennoch gibt es da auch Mischmaschinen, Kugellager, traurige Kinder, Holzplatten… ja – aber: nicht die richtige Mischmaschine, das falsche Kugellager, … Wie sollen wir das beurteilen? Und der Kunde ist zu ungeduldig, um „ganz hinten“ bei Shutterstock herumzusuchen.
Also wird das Handy gezückt. Technisch sind Handys durchaus in der Lage, ein gutes Foto zu machen, das Problem ist eher außerhalb ;-) zu suchen.
Man sollte sich im Klaren sein: Eine Homepage ist Werbung – und das Header-Bild ist sowas wie die Titelseite eines Prospekts. Wenn man nicht gerade Hersteller von Mischmaschinen ist, hat eine Mischmaschine da nichts verloren. Ein Kunde einer Baufirma will keine laute Mischmaschine sehen, sondern ein glückliches Haus mit glücklichen Kindern drin. So funktioniert das, so sind Menschen das gewohnt. Man soll Menschen nicht grundlos irritieren.
Slider zum Klicken
Auch das: Technisch kein Problem. Aber macht es auch wirklich Sinn? Besonders wenn relativ viele Slides wechseln, ist man versucht, die Anzeigedauer gering zu halten, schließlich interessiert sich nicht jeder für jedes Bild. Das führt wiederum dazu, dass ein Besucher den Inhalt einzelner Slides gar nicht erfassen kann und dann wohl auch gar nicht klicken wird.
Solange das egal ist, ist es eben auch egal – aber oft genug ist der Klick auf den Slider der einzige direkte Weg zu einem besonderen Angebot. Hier ist es deutlich besser, kleinere Bilder – gut erkennbar als Link – im Inhaltsbereich der Homepage zu setzen. Das kann sich jeder in Ruhe ansehen.
Videos
Jepp – ein Video macht was her. Und ziemlich oft nervt es, überhaupt dann, wenn es belanglos ist, wenn man es nicht beenden kann oder wenn es gar in einer endlosen Schleife durchrennt. Es ist gar nicht so einfach, ein Video nicht anhaltbar zu machen – nicht aus technischen Gründen, sondern weil auch die Hersteller der Browser wissen, dass sowas nervt, und es deswegen unterbinden. Manche Kunden wollen das nicht so sehen.
Warum wir selbst nicht aus dem Vollen schöpfen
Falls es Ihnen nicht aufgefallen ist: Da ganz oben ist tatsächlich ein Slider (überblendend, Stand Nov 2022 seit 10 Jahren). Er ist so langsam eingestellt, dass man ihn kaum wahrnimmt.
Natürlich sehen wir uns unsere Website an – und denken uns: Na könnte man nicht mal? So richtig rein mit den Pixeln!
Nein. Unser Produkt – Folder, Zeitschriften, Broschüren… ebenso wie Webdesign ist dauernd im Fluss, schon morgen wäre ein Bild davon veraltet. Glückliche Menschen, anmutige Windräder? Zu beliebig.
Man kann auch mal etwas nicht haben wollen. Das raten wir übrigens auch unseren Kunden.