Die Wahl des Internet-Providers ist eine langfristige Entscheidung und die tatsächlichen Stärken oder auch Schwächen kommen erst im Laufe der Zeit ans Licht.

Welcher Provider?

Kleine oder große Provider?

Ganz klar: Man sollte nicht zu einem Provider gehen, dessen Kerngeschäft nicht das Hosting ist; etwa UPC oder Telekom. Gerade bei den großen Telekom-Anbietern weht noch ein Lüftchen von vergangenen k&k-Zeiten durch die Amtsstuben, es riecht noch nach Stempelfarbe, wenn man den Auskunftsdienst („Support“) mit Eingaben stört. Ein Unwort wie „Flexibilität“ ward nie gehört; wie es immer ist, wird’s immer sein.

Die ganz großen Hoster wie 1&1 und Hostmonster neigen immer etwas zum „oversellen“, verkaufen also mehr, als sie haben. Gerade auf den billigen Plätzen kann es dabei recht eng werden, und die teureren Plätze sind wahrlich kein Schnäppchen mehr. Außerdem ist es nicht immer gut, den Server in Vancouver stehen zu haben (Google-Zuordnung, Zeitzonenprobleme).
Ein Vorteil ist zweifellos: Wenns auch langsam ist, es ist wenigstens stabil langsam. Bei kleineren Hostern ist die Schwankung oft deutlich höher.

Bei einem kleinen Provider sollte man in jedem Fall schauen, wieviele Kunden er schon hat – und wie lange schon. Oft stecken hinter professionellen Anbieter-Websites nur 16-Jährige Reseller, deren Motivation nach einem starken Anfang ebenso stark nachlässt,  bis herunter auf null. Es ist uns schon passiert, dass Websites  von heute auf morgen nicht mehr da waren. Die paar Euros zuviel bezahlt kann man verschmerzen, schwieriger ist es, wieder an seine Website zu kommen.

Reseller

Viele Provider haben nicht wirklich eigene Hardware, sondern haben sich Kontingent bei einem größeren gekauft. Das ist an sich nichts schlechtes; wir kaufen ja auch unsere Bekleidung nicht beim Schneider selbst. Je nachdem, wie der Reseller agiert, kann man bei ihm gute Leistung zum günstigen Preis bekommen, ohne irgendwelche Nachteile zu haben.

Kein Thema mehr: Webspace

Mit 100 bis 200 Mb kommt man normalerweise leicht aus; erst wenn Videos oder sehr große PDFs auf den Webspace sollen, kann es eng werden. Dass der Webspace bei vielen Providern so groß herausgestrichen wird, hat schlichtweg den Grund, dass viele Leute noch glauben, er wäre ein Kriterium.
Allerdings: Häufig wird auch der Platz für die Mailbox zum Webspace gerechnet. Wer die lustigsten Powerpoint-Witzsammlungen über Jahre auf dem Server lässt, kann dann natürlich ebenfalls ein Problem bekommen.

Ausfallsicherheit

Eine weitere Zahl mit wenig Bedeutung: 99% bedeutet immerhin, dass der Server an 4 Tagen im Jahr NICHT läuft. 99.9% sind immer noch etliche Stunden im Jahr. Ein Server muss aber immer wieder mal abgeschaltet werden, um Wartungsarbeiten zu machen, die nicht immer genau geplant werden können und deswegen meist zu Zeiten gemacht werden, an denen der Traffic gering ist, etwa Samstag abends.
Tatsächliche „Unfälle“ kommen sehr selten vor.


Die Wahl des Internet-Providers ist eine langfristige Entscheidung und die tatsächlichen Stärken oder auch Schwächen kommen erst im Laufe der Zeit ans Licht.

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Kontakt: Chio (Christian) Maisriml Mag. Sabine König