Die Krux mit der rechten Spalte

Die Sidebar macht aus einer schlichten Firmen-Homepage ein "Portal" und rückt den eigentlichen Inhalt ins Zentrum. Darum sollte man sie schon bei der Planung ausreichend berücksichtigen.

Warum eine rechte Sidebar wichtig is

Moderne Monitore sind groß und vor allem breit. Darum sind die meisten (Firmen-)Websites 3-spaltig: Links das Menü, in der Mitte der Hauptinhalt und rechts die sogenannte Sidebar.
Diese typische Anordnung schafft Ausgewogenheit, verhindert unlesbar breite Texte und rückt den Hauptinhalt im wahrsten Sinne des Worten in den Mittelpunkt.

Handys wiederum sind klein und schmal. Hier ist bei Responsive Webdesign das Menü meist minimiert ganz oben, darunter der Hauptinhalt in maximaler Breite – und die Sidebar schließt unterhalb an.

Für Handys wäre die Sidebar also eigentlich nicht nötig, allerdings: Oft enthält die Sidebar weiterführende Links, die hier weit praktischer am Ende des Hauptinhalts liegen und so das manchmal etwas sperrige Hauptmenü sehr gut ergänzen.

Bei Blog-Systemen ist die Sidebar ein fester Bestandteil und auch klar in der Aufgabe definiert: Weiterführende Links, Links ins Archiv, letzte Blogeinträge.

Bei frei gestalteten Websites führt die Sidebar oft ein etwas verkümmertes Dasein ohne rechten Zweck. Weiterführende Links? Die stehen ohnehin im Menü. Letzte News? Archiv? Gibts nicht.

Was bleibt an Möglichkeiten?: Ein fester, immer gleicher Inhalt auf jeder Seite (etwa die Adresse oder ein Formular zum Anmelden für den Newsletter), oder die aktuellen Aktionen – immer gleich – das ist etwas langweilig, und für uns die Reserve-Version. „Lebendig“ sieht anders aus, aber besser als nichts.

Der beste Weg zur stimmigen Sidebar

Oft verwenden wir mehr oder weniger zufällige Stockphotos, von denen per Script soviele geladen werden, dass die Gesamthöhe zum Inhalt der Hauptspalte passt. Das geht natürlich nur, wenn die Bilder relativ beliebig sind – Stichwort: glückliche Menschen, erfolgreiche Manager.

Vor allem bei kleineren Websites (unter 30 Seiten) empfehlen wir gerne folgenden Modus: Die Sidebar jeder Seite ist individuell gestaltbar, aber wenn nichts angegeben ist, wird ein fester Inhalt gezeigt.
So kann man nach und nach die Inhalte für die Sidebar jeder einzelnen Seite nachreichen und kommt so zu einer lebendigen, vielfältigen Website.
Konkret kann man zb zufällige Bilder haben, aber auf bestimmten Seiten auch einfach Bilder festlegen. Wie es gefällt.

Bei größeren Präsenzen kann eine gute Sidebar zusätzlich aus bestimmten Inhalten generiert werden: Ausgewählte News, Artikel des Tages....

Hier einige Beispiele:

  • Kommen im Hauptbereich bestimmte Wörter vor, werden in der Sidebar dazu passende Fotos mitsamt Bildunterschrift und sogar Link zu einer anderen Seite eingeblendet.
  • Regeln wie: Auf jeder Seite, deren Nummer durch 3 teilbar ist, kommt zusätzlich Inhalt #3 in die Sidebar, analog dazu durch 5, durch 7, durch 11 (Primzahlen!). So etwas lässt sich einfach programmieren und pflegen, sorgt aber trotzdem für lebendige, abwechlungsreiche Seiten.
  • Zufällige Zitate, zufällige Links... Allerdings darf das nicht wirklich ganz zufällig sein, weil sonst bei jedem Seitenaufruf die Seite anders aussehen würde. Sowas sollte man vermeiden. Besser ist eine Berechnung, die für jede bestimmte Seite stets das gleiche (als zufällig empfundene) Ergebnis liefert.

Marginale Randbemerkungen

Randbemerkung gefällig?

Hier, in einem relativ starren Design in fester Breite kollidiert sie nicht mit dem automatisch generierten Sidebar von oben – schlichtweg, weil sie weit unten ist.

Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: Wir sind Fans von Marginalien, also „Anmerkungen“ am rechten Rand. Auch das ist natürlich ebenfalls eine Möglichkeit, die Sidebar gut zu nutzen. Allerdings gibt es da auch Tücken:
1) Marginalen sind vom Hauptinhalt weg nach rechts aufgebaut. Dadurch kollidieren sie schnell einmal mit einer bereits vorhandenen Sidebar, die ja von oben herab kommt. Das bekommt man nur in starrem Webdesigns in den Griff; schon bei elastischen Designs kann man ins Fluchen geraten.
2) Marginalien lassen sich schlecht so ins CMS integrieren, dass sie „für Dummies“ einfach pflegbar sind. Mit etwas HTML-Kenntnissen zwar kein Problem, aber ganz ohne?: Lieber nicht.

Tag Clouds, Wortwolken

Nur der Vollständigkeit halber erwähnt: Diese Unsitte wird aus eingegebenen Begriffen genereriert und dann in der Regel „nachbearbeitet“, weil der Automatismus Stuss abliefert. Wenn Sie sowas wollen: Am besten gleich manuell machen; das ist halb soviel Aufwand und halb so unsinnig, wie das, was die Maschine abliefert.

Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile

Wir verwenden meist ein frei programmierbares System, in dem sich viele Möglichkeiten auch nachträglich integrieren lassen. Daduch können wir die Sidebar zunächst einmal nur vorsehen, und dann später die beste Möglichkeit auswählen und günstig programmieren. Manches ergibt sich auf dem Weg, ohne vorausgeplant zu sein. Wir halten einfach die Augen offen.


Die Krux mit der rechten Spalte

Die Sidebar macht aus einer schlichten Firmen-Homepage ein "Portal" und rückt den eigentlichen Inhalt ins Zentrum. Darum sollte man sie schon bei der Planung ausreichend berücksichtigen.

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Kontakt: Chio (Christian) Maisriml Mag. Sabine König