Nicht die Zahl der Produkte entscheidet

Natürlich werden wir oft nach einem „kleinen“ Onlineshop gefragt. Mit „klein“ ist dabei meist eine kleine Anzahl von Produkten gemeint. Ganz so „klein“ ist die Sache leider nicht.

Was ist ein "kleiner Onlineshop"?

In Shopsystemen ist die Anzahl der Produkte meist nicht beschränkt – und wenn, dann nur künstlich. Die „ID“ eines Produktes wird in der Praxis einfach hochgezählt, das Limit ist derzeit bei einigen Milliarden.

Optionen, Optionen

Hier liegt tatsächlich der Hase im Pfeffer: Hat jedes Produkt einen einzigen, festen Preis, oder gibt es zusätzliche Optionen, wie Größen und Farben? Ergeben diese dann Aufpreise zum Grundpreis, oder jedes einen anderen Preis?
Natürlich legt hierbei das Produkt mit den meisten Optionen die Latte für alle anderen Produkte höher. Oft sieht man das so nicht voraus.

Kleine Shopsysteme bieten meist die Möglichkeit, eine Option (zb die Größe) zur Auswahl zu stellen, eventuell auch mehrere, dann allerdings nur mehr als Aufpreis-System; es wäre einfach zu schwierig, alle Möglichkeiten zu berücksichtigen.
Eine Ausnahme „reinprogrammieren“ ist sehr schwierig und sollte überhaupt vermieden werden. Bei jedem Upgrade müsste man das neu machen, sonst gibt es böse Überraschungen.

Rabatte, Rabatte

Relativ einfache Dinge wie „ab einem Warenwert von [einstellbar] gibt es 10% auf alles“ gehen auch mit einfachen Shopsystemen. Schwieriger sind produktbezogene Rabatte, etwa: „ab 90 Angelhaken kommen 10 gratis dazu“.
Nur bei größeren Shops gibt es Gutschein-Systeme. Diese beliebte Möglichkeit, mit einem Newsletter gleich zum „Schnäppchenkauf“ zu verleiten, setzt eben auch noch eine Kundenverwaltung mit Newsletter-Versand voraus.

Strenge Gesetze

Man muss im Auge behalten, dass ein Onlineshop verbindlich ist. Der Preis, der am Ende rauskommt, ist nicht nachverhandelbar, und wenn: Nur zum Vorteil des Kunden. Das würde aber oft dazu führen, dass man höhere Preise angeben muss, die man im Geschäft so gar nicht verlangen würde. Das erweckt wieder den Eindruck, man wäre teuer – schließlich schauen Kunden ja auch woanders.

Bezahlsysteme

Ein Onlineshop enthält nur die Schnittstellen – um den Dienstleister muss man sich selbst kümmern. Es gibt relativ verbreitete und unkomplizierte Systeme wie PayPal, die ihrerseits wieder Partnerschaften mit zb Europay (Visa, Mastercard) haben. Ganz gratis ist das alles nicht, ein paar % werden da wie dort abgezogen.

Verrechnung

Die Brachial-Variante: Kunde bestellt, das kommt als eMail beim Verkäufer an. Schachtel packen und absenden, auf die Bezahlung warten.
In der Praxis ist das oft nicht so einfach. Lieferscheine, Rechnungen und Eingänge (mitsamt Mahnungen) müssen verwaltet werden. Oft abseits oder zusätzlich zur eigenen Buchhaltung.
Bei „kleinen Onlineshops“ funktioniert das nicht wirklich ideal, bei großen Shop-Systemen muss man mit einer Parallel-Welt leben. Der erwartete Zusatzverdienst durch den Shop wird gerade hier oft durch die Mehrarbeit aufgefressen.

Mietsysteme

Das ist oft keine schlechte Wahl. Man bezahlt nur für das, was man wirklich braucht. Allerdings: Mietsysteme sind unterm Strich nicht billig und die Kosten fallen laufend an.
Überhaupt: Der Shop läuft ja auf einer anderen Website. Man kann zwar eine Domain aufschalten, aber eben nicht die eigene, vorhandene Website. Das sind immer getrennte Sachen.

Designfragen

(Große) Onlineshops lassen sich kaum gestalten. Es sind Maschinen, die eher nach den Regeln von Buchhaltungssoftware funktionieren und eben so aussehen, wie sie aussehen.
Klar: Man kann Bilder, Farben und Logos ändern, die Schrift, Hintergrund usw – aber so frei, wie man bei einer üblichen Website agieren kann, das geht nicht, das ist oft unverhältnismäßig aufwändig. Hier wird man eher den umgekehrten Weg gehen und die Website an den Shop anpassen.

Kleine Shopsysteme mit weniger Schaltern und Optionen lassen sich besser integrieren, aber auch hier „fremdelt“ gerade der kritische Bezahlvorgang oft ein wenig.

So insgesamt

Ein Onlineshop ist kein alternativer Lebensplan. Wer sich „schnell mal“ selbständig machen will, sollte finanzielle Reserven haben – für den Plan B, falls die Idee mit dem Shop doch nicht so super funktioniert.
Unsere Kunden, die Onlineshops betreiben, sind schon jahrelange im Handel erfahren und betreiben das nur nebenher, als Zusatzangebot für ihre Kunden. Sie leben nicht davon.
Bei vielen Anfragen, die so reinkommen, fragen wir uns: „Hat der schon mal ins Internet geschaut? Konkurrenz ohne Ende … Preise im Keller“ Klar: Irgendeinen Onlineshop-Betreiber gibt es immer, der schnell alles billigst verkaufen muss, weil er für Plan B Geld braucht.

 

Kommentare:

Hallo Chio,
schau' Dir mal die die Website von http://www.modified-shop.org an - jetzt sogar mit responsive Template.
Würde mich interessiern, was Du davon hältst.
Liebe Grüße aus Norddeutschland
Egnal

Antworten

Nicht die Zahl der Produkte entscheidet

Natürlich werden wir oft nach einem „kleinen“ Onlineshop gefragt. Mit „klein“ ist dabei meist eine kleine Anzahl von Produkten gemeint. Ganz so „klein“ ist die Sache leider nicht.

Zurück

Kontakt: Chio (Christian) Maisriml Mag. Sabine König