Manchmal zeigen uns Kunden, was denn unsere Konkurrenz so angeboten hat. Befremden, Stirnrunzeln, manchmal auch Gekichere ist die Folge. Und ziemlich sicher geht es unserer Konkurrenz genauso.

Jössas! - Angebote für Webdesign

Für Projekte, die wir mit 2000,- anbieten, sehen wir bei Konkurrenzangeboten schon mal Preise von 500,- bis 8000,-. Und dass wir den Zuschlag bekommen, liegt nur selten daran, dass wir Billigst-Bieter waren – irgendwer ist immer billiger („eh, mein Mutter hat Apple!“). Und irgendwer immer teurer.

Der Grund für diese arg verschiedenen Angebote liegt meist schon in der Anfrage begründet: Viel zu ungenau, viel zuviel offene Fragen. Man kann raten, aber nicht rechnen.

Oft kommt es auch vor, dass die Anfragen selbst verschieden sind: Es wird ein Anbieter gefragt, der stellt Rückfragen. Dann wird ein weiterer Anbieter gefragt – wobei die ersten Rückfragen schon berücksichtigt sind - wieder Rückfragen. Usw.

Pflichtenheft vs. „Das kann ich mir nicht vorstellen“

Völlig klar: Nur mit einem genauen Pflichtenheft kann man ein seriöses Angebot erstellen. Was genau soll die Website können? Alles bis ins Detail festgelegt. Nur: Wer erstellt das Pflichtenheft?: Letztendlich wieder jemand, der sich gut in der Materie auskennt: Ein Webdesigner. Und weil sich viele Leute nicht immer alles vorstellen können, muss vieles auch gleich gemacht werden. Ergo: Das Pflichtenheft wäre bei kleineren Websites der gleiche Aufwand wie die tatsächliche Erstellung. Ergo: Kein Pflichtenheft = kein seriöses Angebot.

Ungenauigkeit zulassen

Machen wir uns nichts vor. Beobachten wir uns, wie wir zb Schuhe kaufen: Wir gehen in ein Geschäft ohne tatsächlich genau zu wissen, was wir wollen. OK: vielleicht wasserdicht (Männer), oder zyplantisoetisch (Frauen). Männer gehen vielleicht in ein weiteres Geschäft, irgendwann ist Schluss und die wasserdichten Schuhe werden gekauft, wenn der Preis stimmt. Frauen gehen in 8 Geschäfte und nehmen dann (im letzten Geschäft) die ylaptisch-gexolyschinen Schuhe, zyplantisoetisch ist nicht so wichtig.

Die Zeit am Ende des Budgets

Falls Sie jetzt denken: Gute Idee! Ein Webdesigner, der noch bei seiner Mutter lebt – den such ich mir, das wird billiger!

Irrtum: Ihre Site wird nie fertig. Mutter hat Vorrang.

Die Kunst des Webdesigners ist, den Preis zu erraten, den der Kunde zahlen will, und dann ungefähr damit durchzukommen. Am Ende bleibt Zeit über – für Extrawünsche, die erst irgendwann aufgetaucht sind, oder: Es ist nichts mehr über. Ende, Deckel zu.
Ein Webdesigner - zumindest einer, der nicht noch bei Mutter lebt - wird ein brauchbares Projektmanagement haben und es gar nicht so weit kommen lassen. Schon beim Erstellen des Angebots liegt eine Roadmap zugrunde, an die wird er sich halten.

Kommentare:

Geiz ist geil ist auch bei manchen Kunden angekommen. Aber es gibt Kunden die wissen eigentlich nicht so genau was sie wollen.
Eine Webseite /Print/ Produkt/ mit einem schönen Design. Ich würde es eher mit dem Kauf eines Autos vergleichen. Viel Glanz und PS.

Antworten

Manchmal zeigen uns Kunden, was denn unsere Konkurrenz so angeboten hat. Befremden, Stirnrunzeln, manchmal auch Gekichere ist die Folge. Und ziemlich sicher geht es unserer Konkurrenz genauso.

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Kontakt: Chio (Christian) Maisriml Mag. Sabine König